ZieleStatement

Für ein Europa der Freundschaft

Die Ziele von ,,Wir-in-Europa : Gesellschaft für Kulturaustausch, internationale Begegnungen und europäische Demokratie“

Wir, überzeugte Europäer, wollen ein Europa, in dem der Mensch im Mittelpunkt allen politischen Handelns steht. Bisher gehört die EU den Mitgliedsstaaten. Wir wollen ein Europa der Bürger. Wir wollen ein Europa der Demokratie, der sozialen Gerechtigkeit, ein Europa der Solidarität im Inneren wie mit den Völkern in anderen Teilen der Welt. Wir wollen, dass alle Menschen im wiedervereinigten Deutschland ein weltoffenes Europa als Chance erkennen und diese Chancen wahrnehmen. Wir wollen ein Verein des Dialogs und der Verständigung sein. Wir wollen ein Freundschaftsbändnis der Taten sein, für ein Europa der Freundschaft.

Für ein Europa der Demokratie: Regierungen und EU-Institutionen haben die uns gegebenen Versprechungen für mehr Demokratie bisher nicht eingelöst. In vielen Bereichen sind noch gravierende Demokratiedefizite festzustellen so z.B. in der „Euro-Politik“, in der „Flüchtlingsfrage“. Die Planungen für die „TTIP- bzw. CETA-Abkommen“ mit den USA und mit Kanada gefäihrden elementare Grundsätze der Demokratie und des Rechtsstaates. Wie hat das Europaparlament zu den großen Krisenthemen Stellung genommen? Wir werden als kritische Pro-Europäer auf eine demokratische Legitimation europapolitischer Entscheidungen drängen. Wo immer das Europa der Institutionen seinen Bürgem undemokratisch und machtarrogant entgegentritt, wollen wir uns dagegen wehren und andere Bürger verteidigen.

Für ein Europa der Wahrheit und Klarheit: Versprochen wurde uns Bürgern mehr Transparenz. Davon kann bezüglich vieler Europathemen nicht die Rede sein. Die in Hinterzimmern verhandelten TTIP- und CETA-Abkommen sind Beispiele – und zwar besonders schlimme – für die mangelnde Transparenz und die dahinter stehende Lobby-Dominanz internationaler Konzerne. Immer noch und immer mehr agieren und votieren Regierungen, lnstitutionen und Parteien hinter verschlossenen Türen. Wie verhalten sie sich dort? Das werden wir wissen wollen.

Für ein Europa der sozialen Gerechtigkeit: In der Euro-Währungsunion und in den EU-Progammen zur Bewältigung der Finanzkrise ist die soziale Gerechtigkeit unter die Räder geraten. Die Ungleichheit der Bürger hat sich dramatisch verstärkt, in wirtschaftlich-sozialer Hinsicht wie in der politischen Teilhabe. Die europäischen „Rettungspakete“ sind vor allem auf Kosten der wirtschaftlich Schwächeren gegangen, dies insbesondere in Griechenland. Wir wollen ein Europa, in dem die soziale Gerechtigkeit zum Maßstab aller Entscheidungen wird.

Für ein Europa der Solidarität und der Menschlichkeit: Die Europäsche Union hat bisher darin versagt, aus Kriegs- und Krisengebieten nach Europa flüchtende Menschen zu schützen und sie menschenwürdig aufzunehmen. Im Europa der Schengen-Freizügigkeit haben die starken Industrieländer des Nordens Mittelmeerländer wie Italien, Spanien und Griechenland vielfach im Stich gelassen. Wir wollen eine friedliche und solidarische Verständigung der Europäer über eine menschenwürdige Aufnahme und Integration von Flüchtlingen. Wir wollen Flüchtlingen helfen, wo und wie wir können.

Für ein Europa der gemeinsamer Erinnerung: Das europäische Einigungswerk war eine politische Antwort auf die Weltkriege sowie auf die nationalistischen und rassistischen Schrecken des 20. Jahrhunderts. Wir wollen, dass die Erinnerung daran die Europäer nicht länger trennt, sondem zum gemeinsamen Gedenken und zum Dialog zusammenführt. Wo ein gemeinsames Geschichtsverständnis noch schwierig ist, wollen wir, dass die Unterschiede in den Sichtweisen deutlich werden und wir Europäer darüber zu sprechen lernen.

Für ein Europa der Gemeinsamkeiten: Wir wollen ein Europa das alle Religionen und Weltanschauungen nicht nur respektiert, sondern die Menschen in ihren Überzeugungen und Traditionen stützt. Alle sollen sich in diesem Europa wiedererkennen und dafür engagieren können. Die guten Traditionen der Völker, Religionen und Weltanschauungen sollen nachhaltig gefördert werden, um in einer gemeinsamen europäischen Identität zusammen zu finden.

Für ein europäisches Deutschland: Wir wollen, dass alle Bürger im wiedervereinigten Deutschland die Chancen eines weltoffenen Europa erkennen und wahrnehmen. Europa darf keine Sache von Eliten bleiben, sondern muss auch für Menschen erfahrbar werden, die bisher die europäische Zusammengehörigkeit nicht erfahren haben. Dies betrifft u.a. auch Bürger mit Migrationshintergrund.

Für ein Europa der Völkerverständigung: Die Schuldenkrise und die Art und Weise der Regierungen und EU-Institutionen, damit umzugehen, haben in den Bevölkerungen vielfach Gefühle freundschaftlicher Verbundenheit in Enttäuschung und mitunter sogar in Feindseligkeit umschlagen lassen. Wir müssen zurück und voran zugleich zu einem Europa der Verständigung. Wir wollen hierfür neue Initiativen ergreifen und fordem eine entschiedene Förderung der Begegnungsprogramme durch die EU und die Mitgliedsstaaten.

Für ein Europa der Kultur: Ein wichtiger Weg zur Verständigung sind der Kulturaustausch und die künstlerische Zusammenarbeit. Für den Einzelnen geht es darum, andere europäische Kulturen als Bereicherung zu erfahren und sich der gemeinsamen europäischen Kultur bewusst zu werden. Künstlern wollen wir helfen, ihre Werke in das Kulturleben der anderen Nationen einzubringen. Im Programm der EU darf die Kultur nicht länger eine Nebenrolle spielen. Die Kultur verdient eine europäische Hauptrolle.

Für ein Europa der Jugend und der Zukunft: Jeder junge Mensch in Europa muss die Chance europäischer Erfahrung bekommen. Jugendliche sollen erleben können, wie Europa sie persönlich bereichert und zu ihrer beruflichen Zukunft beiträgt. Wir treten für eine Verdoppelung der für den Jugendaustausch in den Mitgliedstaaten und auf EU-Ebene bereit stehenden Mittel ein. Ziel muss ein europäisches Jahr für alle sein.

Für die Freundschaft mit Griechenland: Wir Vereinsgründer fühlen uns dem griechischen Volk besonders verbunden. Nach Enttäuschungen und Verletzungen auf beiden Seiten wollen wir dazu beitragen, dass Griechen und Deutsche wieder in Freundschaft zusammen finden. Zum wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wiederaufschwung in Griechenland wollen wir beitragen, wo immer das in unseren Kräften steht.

Für ein Europa der Begegnungen: Die Verständigung zwischen den Völkern wollen wir auch durch Begegnungs- und Kulturreisen fordem. Von uns initiierte Reisen sollen zu Begegnungen mit Menschen in anderen Ländern führen, den Teilnehmern ein tieferes Verständnis für andere Kulturen vermitteln und den politischen Dialog auch auf Bürgerebene ermöglichen.

Berlin, 5. September 2015

Guy Féaux de la Croix
Vorsitzender

Burkhart Sellin
Stellvertretender Vorsitzender