Jahresbericht 2016

In Zahlen führte die Arbeit des Vereinsvorstands in Berlin zu 38 Terminen, darunter drei öffentlichen Europa-Symposien, zwei Bürgerversammlungen, einer Mitgliederversammlung, sechs Vorstandssitzungen und zwei weiteren Arbeitstreffen sowie einer Reihe von Gesprächen mit Politikern und Kulturverantwortlichen. Darüberhinaus nahmen seine Mitglieder an diversen Veranstaltungen zu europäischen Fragen anderer Organisationen teil, informierten und beteiligten sich dort. Ferner waren Vereinsmitglieder in Griechenland in verschiedenen Projekten initiativ. Auch diese erforderten viele Gespräche und Termine. Bei einer etwa handelt es sich um die Gründung eines deutsch-griechischen Kultur- und Kunstvereins, bei einer anderen um die Beteiligung an einer Flüchtlingsinitiative.

Veranstaltungen

Nach den organisatorischen Vorbereitungen im Jahr 2015 wurden die Vereinsziele im ersten Halbjahr 2016 durch eine Reihe von Veranstaltungen verwirklicht. Bereits im zweiten Halbjahr hatte sich der Schwerpunkt, um nicht Brandherd zu sagen, der europäischen Krise von der griechischen Schuldensituation zur Flüchtlingsproblematik verschoben. Bereits vorher hatten wir die Flüchtlingshilfe als einen wichtigen Fokus unseres Engagements formuliert. Die polnische Verfassungskrise ließ uns sodann die krass unterschiedlichen Einstellungen in den einzelnen Mitgliedsstaaten zur Flüchtlingsfrage als Ausdruck einer umfassenden europäischen Wertekrise erkennen.

Deswegen widmeten wir unser erstes Symposium am 28. Januar 2016 den ,,Europa-Werten: Moral und Solidarität in der EU“. Im schönen Rokoko-Saal des Steglitzer Gutshauses war dieses Thema Gegenstand einer Debatte, mit einer von Percy Maclean vorgetragenen Interpretation der EU als verbindliche Wertegemeinschaft und einer Gegenrede von Guy Féaux de la Croix (sola scriptura), die Maclean eine sehr skeptische Wahrnehmung der EU entgegenstellte. Eine Wertegemeinschaft sei die EU nur da, wo Werte Eingang in verbindliche Normen gefunden haben. Und selbst diese Rechtsgemeinschaft sei in einer dramatischen Verfallsentwicklung. Das Symposium fand mit einer Ausnahme ein sehr erfreuliches und ermutigendes Echo. Es sei ein wichtiger und besonders
substanzieller Gesprächsabend gewesen.
Als Repräsentanten des Vereins waren sein Vorsitzender und Percy Maclean am Februar 2016 als Vortragende zu einer Reiseleiter-Tagung von Eberhardt Travel nach Dresden eingeladen. Der Unterzeichnende sprach von Griechenland als Reiseland zur Entdeckung unserer eigenen Identität, Maclean über die internationale Flüchtingstragödie. Wenn die Flüchtlingskrise im Januar 2016 ein wichtiges Element der Wertediskussion auf dem Symposium war, konzentrierte sich unser nächstes Symposium am 8. März 2016 wiederum im Steglitzer Gutshaus auf das Flüchtlingsthema. Nach Begrüßung durch den Vereinsvorsitzenden übernahm es Burkhart Sellin, durch das Programm des Abends zu führen. Das Elend der in Idomeni festsitzenden Flüchtlinge hielten uns noch einmal die von ihm vorgeführten Filme vor Augen. Arnulf Sauter trug Thesen zu der Problematik humanitärer Hilfsorganisationen vor. Percy Maclean, der eine umfassende Studie zu den deutschen, europäischen und internationalen Rechten von Flüchtlingen vorgelegt hat, zeigte deren Relevanz an Hand einiger
Beispiele auf.
Das Ausscheiden des Vereinigten Königsreichs (UK) aus der EU war Gegenstand einer Debatte ,,Pro und contra Brexit“, zu der wir am 15. Juni 2016, also eine Woche vor dem Referendum, in das Zehlendorfer Rathaus einluden. Burkhart Sellin trat als Kontra-Brexit-Redner auf, Gegenredner war Guy Féaux de la Croix, der pro Brexit aus kontinentaler Interessensicht sprach. Nach den Beiträgen des WiE-Vorstands wurde eine Diskussion moderiert, wobei die Kontra-Stimmen leicht überwogen, aber auch mögliche Vorteile eines Austritts aus der EU für den Zusammenhalt der EU zur Sprache kamen dadurch, dass UK eher ein Hemmschuh darstelle in puncto weiterer Integrationsfortschritte der EU. Am 20. Juni 2016 druckte der Tagesspiegel eine Kurzfassung des Pro-Brexit-Plädoyers als Gastkommentar ab.

Organisatorisches

Parallel zu den Diskussionsveranstaltungen galt unsere Arbeit der Festigung unserer organisatorischen Basis. Das wichtigste Eckdatum war dabei der Bescheid des Amtsgerichts Charlottenburg vom 6. Januar 2016, dass der Verein ins Vereinsregister eingetragen worden ist. Dem waren penible Diskussionen mit
der zuständigen Rechtspflegerin vorausgegangen, nach denen wir uns fragten, wie es normalen Bürgern gelingen soll, ihr zivilgesellschaftliches Engagement in die Form eines eingetragenen Vereins deutschen Rechts zu kleiden. Dank der Bemühungen unseres Notars Uwe Scharnhorst haben wir das erfreulicher
Weise geschafft.
Ein weiterer wichtiger organisatorische Schritt war der Aufbau einer Homepage (www.wir-in-europa.org), die uns durch die Unterstützung unseres Vereinsmitglieds Dr. Uwe Lorenz und seines Mitarbeiters Martin ermöglicht wurde. Alle wichtigen und hier zitierten Texte des Vereins sind inzwischen auf dieser Website zu finden. Weiterhin zur Debatte steht die Schaffung eines Vereinslogos, wozu Arnulf Sauter, der Vorsitzende und schließlich die Designerin Danielle Sellin Entwürfe vorgestellt haben.
Der stellvertretende WiE-Vorsitzende, Burkhart Sellin, begann 2016 auch mit vorbereitenden Arbeiten zu einem Seminar über die soziale Dimension der EU vor dem Hintergrund zunehmender neonationalistischer Tendenzen in einer Reihe wichtiger Mitgliedsstaaten. Dieses Seminar ist noch auf der
Tagesordnung für das Jahr 2017.
Eine wichtige Aufgabe für unseren Verein nahm auch Christiane Pecek 2016 als Verbindungsglied zu anderen europa-intendierten Vereinen und Institutionen im bildungspolitischen Sektor wahr. Sie informierte den Vorstand regelmäßig über aktuelle Entwicklungen und beriet ihn auf diesem Feld. Als Vorstandsmitglied der Arbeitsgruppe Staatliche Europa-Schule Berlin (AG-SESB) der Europa Union ist sie in Berlin gut vernetzt mit Eltern, Erziehern und Lehrern in über 30 verschiedenen Bezirken. Die AG-SESB führt Gespräche mit der Senatsverwaltung, mit den Stadträten in den Bezirken, den bildungspolitischen Sprechern der Fraktionen im Abgeordnetenhaus, der Initiative Avenir Zukunft (IAZ), dessen erweitertem Vorstand sie ebenfalls angehört, und der anglophonen Initiative Go East. Die IAZ ist eine deutsch-französische Initiative für mehr zweisprachige Erziehung, in Zusammenarbeit mit dem deutsch-französischen Sprachattaché an der französischen Botschaft, dem deutsch-französischen
Jugendwerk sowie rund 22 deutsch-französischen Kindergärten in Berlin, Hannover und Leipzig. In diesem Zusammenhang wirkte sie 2016 bei der Vorbereitung und Durchführung einer Reihe von Veranstaltungen mit.

Projekte

Die Vereinsarbeit im zweiten Halbjahr 2016 war von dem Ziel geprägt, durch konkrete Kulturprojekte zur europäischen Integration beizutragen.

DahlemerAppell
Dazu gehörte insbesondere eine Sondierung, welche Kulturstätten in Berlin für spezifisch europaengagierte Kulturveranstaltungen in Frage kommen, mit einem zunächst sehr ernüchternden Ergebnis für die vollbelegten großen Berliner Häuser. Von daher führte der Weg dann in die Dahlemer Museen, deren Sammlungen weitgehend in das Kulturforum im wiederaufgebauten Berliner Schloss verlagert werden sollen, ohne dass für die Nachnutzung der Museen ein Konzept entwickelt worden wäre.
Mit Bedauern mussten wir feststellen, dass das Museum für Europäische Kulturen die für uns wichtige Aufgabe, zum europäischen Kulturaustausch beizutragen, nicht leistet und sich gegenüber Anregungen von außen auch ausgesprochen verschlossen verhält. Die jahrelangen Planungsversäumnisse der zuständigen Stiftung Preussischer Kulturbesitz (SPK), aber auch der politisch Verantwortlichen auf allen Ebenen, Bund, Land und Bezirk, veranlassten uns sodann, mehrere Bürgerversammlungen einzuberufen. Zunächst durchaus als Protest gegen die politischen Versäumnisse angelegt führten politische Interessen und Einflussnahme sowie mangelndes zivilgesellschaftliches Engagement für eine kritische Bürgerinitiative alsbald an die Grenzen des Sinnvollen.
Der vom Verein initiierte Dahlemer Appell wird seit Jahresanfang 2017 in anderer personeller Konstellation weiter geführt. Wie insbesondere von Burkhart Sellin immer wieder gefordert, hat sich der Verein als solcher, weil die Aktivitäten bezüglich der Dahlemer Museen inzwischen den Vereinszwecken nicht mehr zugeordnet werden können, daraus zurück gezogen. Es ist auch nicht zu erkennen, dass Projekte im Sinne der Zielsetzungen des Vereins kurz-, mittel- oder langfristig in den Dahlemer Museumsbauten realisiert werden können.
In Fortsetzung der 2016 begonnenen Initiative über unseren Beitrag zur Nachnutzung bzw. Zwischennutzung der Dahlemer Museen, die die SPK bereits Anfang 2016 durch SPK schloss, wurden mehrere Arbeitsgruppensitzungen durchgeführt und moderiert, teilweise gemeinsam mit Dirk Jordan, vormals Volksbildungsstadtrat im Bezirk Kreuzberg. Es wurden Positionen entwickelt und dokumentiert, um zumindest das Museum Europäischer Kulturen am bisherigen Standort langfristig zu behalten und zu ergänzen durch weitere europa-relevante Kunst- und Kulturaktionen und/oder die Bereitstellung von Räumen für die freie Künstlerszene, deren Produktion und Ausstellungen von Produkten, wobei beides der Öffentlichkeit zugänglich bleiben sollte. Dies in Ergänzung einer Nutzung durch die Freie Universität und andere Berliner Hochschulen und die Aufnahme einer umfassenden Abgusssammlung, die dort für Studienzwecke durch Studierende bereitgestellt werden sollen. WiE und seine Mitaktivisten aus Politik und Bezirk Steglitz-Zehlendorf verwahren sich vor allem gegen eine ausschließliche Nutzung als Depot oder Archiv für nicht verwendete Ausstellungsstücke. Auch gegen eine ausschließliche Nutzung zu wissenschaftlichen Zwecken oder als Forschungscampus wendeten wir uns. Das Thema und diese Aktionen werden im Jahre 2017 weitergeführt.
Kulturproiekt Edge.Piräus
Das Kulturprojekt Edge.Piraeus entwickelte sich aus dem besonderen Engagement des Vereins für die deutsch-griechischen Beziehungen. Die Kunsthochschule Berlin-Weissensee wurde dafür gewonnen, anlässlich der Documenta Athen-Kassel 2017 ein Kunstprojekt in Zusammenarbeit von Berliner und Athener Kunststudierenden durchzuführen.
Nach intensiver Vorbereitung, die im zweiten Halbjahr 2016 begannen, kamen die insgesamt 40 Teilnehmer/-innen aus Berlin und Athen in dann in der Osterzeit 2017 und zeitgleich mit der Athener Documenta zusammen, um sich in ihren Kunstwerken mit dem griechischen Kulturerbe, der sozioökonomischen
Krise des Landes und der Situation der Flüchtlinge auseinander zu setzen. Ergebnis war eine dreiwöchige Ausstellung im Kastela Art Center in Piräus. Auch mehrere hochkarätig besetzte Symposien setzten sich mit der Bedeutung der klassischen griechischen Erfahrung für die zeitgenössischen Kunst, unsere europäische Identität und unsere demokratische Kultur auseinander.
Im Einzelnen informiert die Website des Projekts www.edgepiraeus.com über seine Aktivitäten. Eine Dokumentation in Form eines umfassenden Bildkatalogs ist geplant. Die Initiative von Wir-in-Europa hat ein in dieser kooperativen Intensität zu einer präzedenzlosen und beispielhaften Unternehmung zur Weiterentwicklung der deutsch-griechischen Partnerschaft im Kulturbereich geführt.

Naomi Flüchtlingsarbeit
Seit mehreren Jahren ist Burkhart Sellin gemeinsam mit seiner Frau Mieke, die auch Vereinsmitglied ist, aktiv in der Unterstützung von Flüchtlingen und Asylsuchenden am zweiten Wohnsitz in Thessaloniki. So wurde insbesondere für die Beschäftigung von Frauen und Familien eine Nähwerkstatt aufgebaut und werden dort Produkte wie Schultertaschen und Schürzen erstellt und zum Verkauf bereitgestellt.
In der Zwischenzeit werden dort mit Hilfe von zahlreichen ehrenamtlichen Helfern und -innen rund 50 Flüchtlinge betreut und zusätzlich mit Sprachkursen gefördert.
Im Jahre 2016 wurde ebenfalls in Berlin eine Nähwerkstatt eingerichtet, die derzeit in dem Nachbarschaftsheim in Steglitz arbeitet und in der Flüchtlinge sich betätigen können, um das Schneidern zu erlernen. Vorbereitende Arbeiten finden mit Unterstützung durch WiE statt, um einen Verein oder eine gemeinnützige GmbH zu gründen. Die Tageszeitung (TAZ) bietet in ihrem Shop Produkte von Naomi Thessaloniki an (Vgl. Online-Ausgabe der TAZ vom 26.6.2017) und Artikel von Nicola Schwarzmaier. Der stellvertretende WiE-Vorsitzende ist im Vorstand von Naomi Thessaloniki und zuständig für die Schriftführung auf deutsch.

Deutsch-griechisches Musikprojekt
Ein Ziel des Vereins im Jahr 2016 war, für ein klassisches Orchester aus Thessaloniki eine Tournee in Deutschland zu organisieren und im Gegenzug ein Musikschulorchester aus Deutschland nach Griechenland zu bringen, um dort zusammen mit einem griechischen Schulorchester ein deutschgriechisches
Orchesterprojekt zu starten. Beide Projekte konnten leider nicht abgeschlossen werden.
Die Bemühungen, eine Konzerttournee mit Hilfe deutsch-griechischer Gesellschaften zu organisieren, scheiterte nicht am Interesse, doch angesichts schrumpfender Mitgliederzahlen und fester Strukturen dieser Gesellschaften war es in der Kürze der Zeit nicht möglich, eine Tournee kostenneutral zu
organisieren. Hinzu kam, dass deutsch-griechische Sensibilitäten dazu führten, dass das Interesse auch des griechischen Orchesters während der Vorbereitungen nachließ. Die klassische griechische Musik ist dem deutschen Publikum weitgehend unbekannt. Daher bleibt es eine weiterhin eine attraktive Aufgabe, das deutsche Publikum damit vertraut zu machen.
Für das Musikschulprojekt hatten wir zunächst eine private Münchener Musikschule und das Musikgymnasium Thessaloniki als Partner ausgewählt. Die private Musikschule schien zunächst ein idealer Partner zu sein. Geplant war unter anderem ein gemeinsamer Workshop und ein Konzert im griechischen Opferdorf Hortiatis. Die Diskussion mit der Leitung des Musikgymnasiums führte jedoch zu dem Ergebnis, dass ein vergleichbares deutsches Gymnasium für den Erfolg eines Austauschprojekts mehr Erfolg böte. Daraufhin suchten wir in Berlin nach einem Gymnasium mit musikalischem Zweig und konnten den Kontakt zum Gymnasium Steglitz knüpfen. Wir schlossen damit dieses Kapitel vorerst ab, wollen das Projekt zu gegebener Zeit aber wieder aufgreifen.

Initiative Kunst- und Kulturverein
In Griechenland lässt wie in allen südeuropäischen Ländern das bürgerschaftliche Engagement zu wünschen übrig. Das politische Leben in Stadt und Land wird durch die politischen Parteien geprägt. Die Gesellschaft kategorisiert sich selbst nach dem herrschenden politischen Fächer. Ein maßgebliches Indiz dafür ist, dass es auf dem Land so gut wie keine privaten Initiativen (Vereine, Bürgerinitiativen, Elternkindergärten etc.) gibt. Kaum viel besser sieht es in den wenigen großen Städten aus. Zwei Mitglieder von WiE, Arnulf Sauter und Stella Chatziioannou, haben daher gegen Ende des Jahres mit den Vorbereitungen begonnen, einen Kunst- und Kulturverein im Chalkidiki auf Sithonia zusammen mit Deutschen und Griechen zu gründen. Dazu bedarf es 20  Gründungsmitglieder. Eine Satzung ist bereits in Vorbereitung. 2017 soll die Gründung als eingetragener griechischer Verein abgeschlossen werden.

Europapolitik

Europapolitischer Dialog
Bemühungen des Vereins, einen Dialog mit Repräsentanten des politischen Europa aufzunehmen, zeitigten enttäuschende Ergebnisse. Es erwies sich als unerwartet schwierig und langwierig, mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments (MEP) Gesprächstermine zu vereinbaren. In kurzen Begegnungen mit MEP Silvia Kaufmann (SPD, inzwischen EP-Vizepräsidentin) und MEP Bütikofer wurde auf Seiten der Mandatsträger eine erstaunliche Skepsis und Geringschätzung unserer europaengagierten Initiative deutlich.
Wir wurden recht unverblümt aufgefordert, uns in die von der politischen Klasse dominierten europäischen Strukturen einzureihen, beispielsweise in die Europa-Union oder die Europäische Bewegung, die wir allerdings nicht als von der Politik unabhängige Bürgervereinigungen wahrnehmen.
Die von Seiten der europäischen Institutionen und Mandatsträger bzw. -innen zu Tage getretene Bürgerferne und Machtarroganz wird allerdings im Verein mit unterschiedlicher Sensibilität wahrgenommen. Während den Vorsitzenden solche Verhältnisse und Einstellungen empören, nehmen andere, wohl die Mehrheit, daran weniger Anstoß.
Die geschilderten Erfahrungen veranlassten uns und insbesondere den Unterzeichnenden dazu, uns mit der Informationsarbeit der europäischen Institutionen auseinander zu setzen. Recherchen zeigten schnell, dass es sehr schwierig ist, den jeweiligen Sachstand und die Beschlusslage zu wichtigen Themen,
beispielsweise im Europäischen Parlament, festzustellen. Allerdings hat sich der Verein nicht näher mit den Recherchen befasst, die vom Unterzeichneten dazu angestrengt worden waren.

Europapolitisches Grundsatzpapier
Viel Zeit und Energie investierten die Vorstandsmitglieder hingegen in die Diskussion und Redaktion eines europapolitischen Grundsatzpapiers ,,Für ein demokratisches, rechtsstaatliches und soziales Europa“. Dazu hatte der Vorsitzende Guy Féaux de la Croix bereits im August 2015 einen Textentwurf
vorgelegt. Nach wochenlangen Textverhandlungen und einem abschließenden Redaktionstreffen am 6.11.2016 wurde dann noch einmal eine Vielzahl von Änderungswünschen geäußert, weswegen das Papier 2016 nicht beschlossen werden konnte.
Eine wichtige Aufgabe des Vereins in den nächsten Jahren sieht der Vorsitzende darin, den dringend nötigen Neustart Europas durch eine kritische Auseinandersetzung mit den Verhältnissen und dem abgehobenen Europa-Establishment zu begleiten. Das setzt allerdings Bereitschaft und Fähigkeit von
Bürgern zu einem solchen Engagement voraus und immer wieder auch viel Recherche- und eigene Formulierungsarbeit, um Reformen glaubwürdig einfordern zu können.
Für den Vorstand
Burkhart Sellin
(Stellvertr. Vorsitzender)

Auf der Mitgliederversammlung am 22.08.2017 erklärte das Gründungsmitglied Guy Féaux de la Croix aus verschiedenen Gründen seinen sofortigen Rücktritt vom Vorsitz. Die Verantwortung für die Vereinsgeschäfte liegt ab sofort bei dem dafür gewählten stellvertretenden Vereinsvorsitzenden. Der nunmehr amtierende Vereinsvorsitzende ist Herr Burkhart Sellin.